Donnerstag, 1. Oktober 2009

Back in Beijing

Geschafft!

Nach meinem Bachelorthese-Marathon, dem großen Auszug und vielen traurigen Abschieden in Bremen wie auch zu Hause, bin ich in meiner neuen Wahlheimat PEKING angekommen.

Mittlerweile ist schon wieder so viel passiert, dass ich gar nicht weiß, was davon ich denn nun erzählen soll.

1. Der Flug

Am 28.09. gings um 6:45 Uhr mit dem Zug aus Lübz los.
Über Hamburg fuhr ich nach Frankfurt, um dort Thomas zu treffen. Bis dahin alles bestens. Dann: die große Angst ums Gepäck und mögliche Übergewicht. Doch zum Glück hat Thomas dank seiner vielen Geschäftsreisen eine Frequent Traveller Card bei der Lufthansa. Wir konnten also Business Class einchecken. Die Dame am Counter interessierte sich nur für unser aufgegebenes Gepäck und das befand sich im Rahmen.
Was das Handgepäck betraf hatten Thomas und ich zusammen bestimmt 50kg dabei ;-)))
Unverschämt, oder?

Nach dem Check-in folgt dann ja nur noch die Sicherheitskontrolle und während dieser spielt das Gewicht keine Rolle mehr. Sau geil sag ich euch!!!
20kg Gepäck und nur 5kg Handgepäck, das wäre gar nicht gegangen. No way!

Unserem Flug nach Peking stand also gar nichts mehr im Weg.


Thomas in der Abflughalle

Was wir jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht ahnten war, dass dieses Wandgemälde (siehe Foto unten) das einzige Entertainment auf unserem 9h Flug sein würde.

Gleich zu Beginn des Fluges wurde uns nämlich mitgeteilt, dass das komplette Entertainment System ausgefallen wäre und somit keine Videos abgespielt werden konnten.
Hiiiiillfeeeee...das Horrorszenario schlecht hin.
Zum Glück hatte Thomas seinen Laptop dabei und wir konnten zumindest seine Filme sehen.

Wir flogen mit Air China: schlechte Adresse was das Essen betrifft.
Es wird noch nicht einmal mehr Salz und Pfeffer oder Zucker bereitgestellt.
Natürlich war der Flieger voller Chinesen, die sich aber alle ganz gut verhielten. Kein großes Gerotze.

Ich muss aber sagen, dass ich diese langen Flüge schon mal besser weggesteckt habe. War ziemlich fertig. Man wird ja auch nicht jünger, nech?!


Auf dem Weg zur Gepäckabholung auf dem Pekinger Flughafen gabs gleich wieder was zu lachen. Dieses Schild lautet auf Chinesisch: Schaukasten für verbotene Dinge auf einem Flughafen (Waffen und so Zeugs).
Die äußerst amüsante, chinglische Übersetzung war wie ein "Willkommen in China" für uns.


2. Geld abheben

Genau an dieser Stelle ging das Chaos los. Ich wollte direkt am Flughafen Geld abheben und musste feststellen, dass ich mir die PIN-Nummer meiner neuen Kreditkarte nirgends aufgeschrieben hatte. Oh man...
Zum Glück konnte mir Thomas etwas Geld leihen. Nur, was hätte ich ohne ihn getan.

Wir nahmen den Airport Express vom Flughafen in die Stadt. Ich persönlich favorisiere dann doch eher den Airport Bus. Ich habe das Gefühl, dass man vom Bus aus einen besseren Blick auf die Stadt hat. Der Airport Express ist ähnlich wie ne U-Bahn und deshalb öfter mal unter der Erde.


3. Die Wohnung

Wir fanden vorübergehend Unterschlupf bei einem Freund von Thomas. Andrew kommt aus Canada und arbeitet seit 2 Jahren in Peking. Er und seine Frau leben in der Nähe der Deutschen Botschaft und direkt hinter der Canadischen Botschaft im Diplomatic Compound.

Das es ein tolles Apartment sein würde, war uns anhand dieser Details schon bewusst.
Als wir jedoch am 29.09. total erschöpft vom Flug die Wohnung betraten...wow!
Einsame Spitze. Zum Wohlfühlen. Wir waren überwältigt.

Wir bezogen den Master Bedroom und nahmen erst einmal ne heiße Dusche.
Dazu kommt noch, dass Andrew einen Tag nach unserer Anreise auf Geschäftsreise nach Dänemark flog. Seine Frau arbeitet momentan in der Schweiz. Wir haben also bis zum 23. Oktober sturmfrei. Ist das nicht geil?


Das Wohnzimmer, hinten Esszimmer, dahinter die Küche

Ausblick aus unserem Schlafzimmer

Die Küche (es gibt sogar Nutella...yeahhh)

4. Nationalfeiertag am 1.Oktober 2009

Am Donnerstag feierte China 60 Jahre Volksrepublik mit riesiger Militärparade und Reden des Präsidenten Hu Jintao.
Hunderttausende Soldaten maschierten oder fuhren in Panzern die Changandajie zwischen der Verbotenen Stadt und dem Platz des Himmlischen Friedens entlang.
Ein pompöses Ereignis, mit dem China erneut seine Modernisierung veranschaulichen und die kommunistische Führung preisen wollte.
Nach den gigantischen Festlichkeiten der Olympischen Spiele hatte ich auch nichts anderes von China erwartet. Das Ereignis übertraf jeglichliche Vorstellung und bewies erneut, dass China Meister der Massenkoordination und Choreographie von Großveranstaltungen ist.

Anwohner ohne Einladung war es jedoch nicht erlaubt, die Feierlichkeiten aufzusuchen. Die Pekinger wurden gebeten, in ihren Wohnungen zu bleiben und sich die Veranstaltung im TV anzusehen. Anwohner in der Nähe des Schauspiels, wurden in ihren Wohnungen verbarrikadiert. Türen und Fenster verriegelt.

Hier ein paar Bilder der Parade:

Thomas und ich nutzten den Tag im Freien.
Dank der Anordnung der Regierung zu Hause zu bleiben, waren die Strassen leer. Nichts los. Nicht in den Bussen, in der U-Bahn, auf den Strassen. Noch dazu hatten China dank neuster Technik den Smog bereinigt und die Wolken aufgesaugt, sodass wir durch ein strahlend freundliches Peking liefen und uns unseres Lebens freuten. So schön klar und ruhig hatte ich die Stadt noch nie erlebt.

Bis zum 9. Oktober ist jetzt in China Ferienzeit.
Danach gehts bei uns beiden los mit Wohnugssuche etc.

Hier kommen jetzt ein paar Bilder von unserem Spaziergang.



Leere U-Bahn


An der Bushaltestelle im Abendrot...hach ist das schön

5. Die 12 qm Bar in der Nanluoguxiang

Wir trafen Constanze, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Frau Schädler an der Hochschule Bremen, in der Bar ihrer Freundin. Eine super kleine, aber total gesellige und gemütliche Bar.
Sie stand hinter der Theke und mixte ein paar geheime Cocktails für die Gäste.

Ein netter Ausklang dieses so herrlichen Tages hier in Peking.


Constanze und ich

Ja und nun?
Nun sitzen Thomas und ich fleißig im Wohnzimmer. Thomas arbeitet an seiner Firma und ich suche derweil nach einem Job.
Drückt mir die Daumen. Ich hoffe, dass das schnell über die Bühne geht.
Am 15. März werde ich in Shanghai auf der EXPO im Deutschland Pavillon arbeiten. Bis dahin bräuchte ich zur Überbrückung einen kleinen Job hier in Peking. Wohnung etc. bezahlt sich ja auch nicht von selbst. Vielleicht mache ich auch einfach ein Praktikum, mal sehen.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich winke ganz dolle und freu mich von euch zu hören.
Kommentare sind auch erwünscht, wisst ihr ja ;-)

Bye Bye erstmal,
eure Begga*


@Mutti: PIN hat funktioniert. Du bist ein Schatz!

@Lena: Viel Erfolg beim Umzug nach South Hempton.

@Didi: Ist die Sim-Karte angekommen?

@Sandra: Wie war der Urlaub Schnegge?

@Basti: Dein Bild hat grad noch so in den Koffer gepasst...hehe

@Vän: Abgegeben?




4 Kommentare:

Thomas Fahrnholz hat gesagt…

You're welcome...

andrea hat gesagt…

süße ich bin so froh, dass ihr gut angekommen seid und alles gut gelaufen ist. ich drück dir ganz dolle die daumen, dass das mit nem job klappt. aber wie ich dich kenne, wird das kein problem sein. :-)

ich vermisse dich jetzt schon, aber ich hoffe, dass ich es vll schon nächstes jahr schaffe, euch zu besuchen

bussi
ödel

Begga* hat gesagt…

Ödel, das wär ja der Hammer!!!!
Du bist hier immer willkommen.
Ich bin dann auch gern dein privater Reiseführer :-)
Und wie gesagt wird bei der Wohnungssuche Wert auf ein nettes Gästezimmer gelegt.

Ich vermiss dich doch auch Kleene.

Begga*

Philipp hat gesagt…

karte ist da, schon lange...:)
lg