...geht die Sonne unter!!!Warum?
Weil das Leben der Chinesen dann wortwörtlich an seinem Höhepunkt angekommen ist.
Traurig, nicht wahr? Aber lasst euch eins gesagt sein, das ist deren Kultur. Die Chinesen empfinden es nicht als traurig oder merkwürdig, wenn der Alltag ganz plötzlich SO aussieht:
aufstehen
anziehen
ab zur Arbeit
abrackern
zurück nach Hause
pünktlich 18 Uhr Abendessen
Fernseh gucken
schlafen gehen
Was fehlt? Der Spaß am Leben!
Es ist traurig, aber wir haben heute den ganzen Unterricht über mit unserer Lehrerin darüber philosophiert. Am schlimmsten trifft es jedoch die Ehefrau. Wenn diese nämlich noch nicht einmal arbeiten geht sieht jeder Tag für sie SO aus:
Putzen, putzen, die Kinder versorgen und erziehen, putzen, Essen kochen und ihren Mann vergöttern.
Es gibt ein Sprichwort, in dem heißt es, die chinesiche Frau soll eine pflichtgetreue Gattin und gute Mutter sein. Tja, und was ist mit ihr? Wer kümmert sich um diese liebevolle Frau?
Probleme in der Familie darf sie noch nicht einmal unter Anwesenheit ihrer besten Freundin verlauten lassen.
Dulden, ertragen, aushalten und einfach so weiter leben. Das ist es, was die chinesische Tradition verlangt. Egal, ob dein Leben noch Bedeutung hat oder nicht. Es soll so sein und es wird auch niemand ausbrechen, denn sowas schickt sich nicht und überhaupt: Wieso denn ausbrechen? Was ist denn falsch daran?
Und so verwelken diese einst wunderschönen Frauen im Grab der Liebe.
Seit Ende der 70er ist dieses Bewusstsein der Menschen dabei eine Wandlung durchzumachen. Die Scheidungsraten nehmen hier fortlaufend zu.
Übertriebenerweise...und jetzt zitiere ich Lehrerin Wang...könnte man fast sagen: "Na, heute schon geschieden?" Anstatt: "Na, wie gehts dir? Schon gegessen?"
Aber keine Angst, denn die armen Chinesen erwartet doch noch ein Highlight. Nämlich das Älterwerden. Dieses ist hier definitiv aufregender als in Deutschland.
Ab 60 und aufwärts gewinnt das Leben hier dann doch tatsächlich wieder an Bedeutung. Die Senioren betreiben Taijiquan, spielen Karten oder Majiang, gehen zum Kalligraphieunterricht und nehmen Instrumentstunden an einer Schule nur für ältere Menschen. Sie kümmern sich um die Enkelkinder und haben eigentlich den ganzen lieben, langen Tag ein abwechslungsreiches Programm. Es lohnt sich also durchzuhalten und die Mid-40er zu überstehen.
So Leute nun hab ich hier alles schlecht gemacht und will euch jetzt doch tatsächlich was SCHÖNES von der Hochzeit erzählen, zu der ich letztes We eingeladen war! Na mal sehen, ob ihr mir glaubt, dass diese Hochzeit nicht nur mir Spaß gemacht hat, sondern auch dem Brautpaar. Also schaut euch die wunderhübsche Braut an und denkt einfach nicht darüber nach, dass dieser Ring am Finger, das Welken einer schönen Blume ankündigen wird.
Viel Spaß!!!!
Nur kurz zur Erklärung: Jason(ein chinesicher Freund) hatte Thomas (Ammi von meiner Schule) und mich zu der Hochzeit seiner Cousine eingeladen. An einem Samstagmorgen ging es mit dem Bus eine Stunde nödlich von Chengdu nach Guanghan. Ein ziemlich verdrecktes, stinkendes Örtchen wenn ihr mich fragt. Für mich war es deswegen jedoch umso spannender. So mancher von euch würde denken: "Wow, das is ma hardcore China"
Ja, das war es, und ich steh voll drauf.
Traurig, nicht wahr? Aber lasst euch eins gesagt sein, das ist deren Kultur. Die Chinesen empfinden es nicht als traurig oder merkwürdig, wenn der Alltag ganz plötzlich SO aussieht:
aufstehen
anziehen
ab zur Arbeit
abrackern
zurück nach Hause
pünktlich 18 Uhr Abendessen
Fernseh gucken
schlafen gehen
Was fehlt? Der Spaß am Leben!
Es ist traurig, aber wir haben heute den ganzen Unterricht über mit unserer Lehrerin darüber philosophiert. Am schlimmsten trifft es jedoch die Ehefrau. Wenn diese nämlich noch nicht einmal arbeiten geht sieht jeder Tag für sie SO aus:
Putzen, putzen, die Kinder versorgen und erziehen, putzen, Essen kochen und ihren Mann vergöttern.
Es gibt ein Sprichwort, in dem heißt es, die chinesiche Frau soll eine pflichtgetreue Gattin und gute Mutter sein. Tja, und was ist mit ihr? Wer kümmert sich um diese liebevolle Frau?
Probleme in der Familie darf sie noch nicht einmal unter Anwesenheit ihrer besten Freundin verlauten lassen.
Dulden, ertragen, aushalten und einfach so weiter leben. Das ist es, was die chinesische Tradition verlangt. Egal, ob dein Leben noch Bedeutung hat oder nicht. Es soll so sein und es wird auch niemand ausbrechen, denn sowas schickt sich nicht und überhaupt: Wieso denn ausbrechen? Was ist denn falsch daran?
Und so verwelken diese einst wunderschönen Frauen im Grab der Liebe.
Seit Ende der 70er ist dieses Bewusstsein der Menschen dabei eine Wandlung durchzumachen. Die Scheidungsraten nehmen hier fortlaufend zu.
Übertriebenerweise...und jetzt zitiere ich Lehrerin Wang...könnte man fast sagen: "Na, heute schon geschieden?" Anstatt: "Na, wie gehts dir? Schon gegessen?"
Aber keine Angst, denn die armen Chinesen erwartet doch noch ein Highlight. Nämlich das Älterwerden. Dieses ist hier definitiv aufregender als in Deutschland.
Ab 60 und aufwärts gewinnt das Leben hier dann doch tatsächlich wieder an Bedeutung. Die Senioren betreiben Taijiquan, spielen Karten oder Majiang, gehen zum Kalligraphieunterricht und nehmen Instrumentstunden an einer Schule nur für ältere Menschen. Sie kümmern sich um die Enkelkinder und haben eigentlich den ganzen lieben, langen Tag ein abwechslungsreiches Programm. Es lohnt sich also durchzuhalten und die Mid-40er zu überstehen.
So Leute nun hab ich hier alles schlecht gemacht und will euch jetzt doch tatsächlich was SCHÖNES von der Hochzeit erzählen, zu der ich letztes We eingeladen war! Na mal sehen, ob ihr mir glaubt, dass diese Hochzeit nicht nur mir Spaß gemacht hat, sondern auch dem Brautpaar. Also schaut euch die wunderhübsche Braut an und denkt einfach nicht darüber nach, dass dieser Ring am Finger, das Welken einer schönen Blume ankündigen wird.
Viel Spaß!!!!
Nur kurz zur Erklärung: Jason(ein chinesicher Freund) hatte Thomas (Ammi von meiner Schule) und mich zu der Hochzeit seiner Cousine eingeladen. An einem Samstagmorgen ging es mit dem Bus eine Stunde nödlich von Chengdu nach Guanghan. Ein ziemlich verdrecktes, stinkendes Örtchen wenn ihr mich fragt. Für mich war es deswegen jedoch umso spannender. So mancher von euch würde denken: "Wow, das is ma hardcore China"
Ja, das war es, und ich steh voll drauf.
Wir kamen also in der alten Wohnung des Pärchens an.Foto oben: Die Braut, ihre Freunde und ich
Ich betrat die Wohnung und wummmms war ich mitten im Geschehen.
Die ganze Bude voller Zigarettenqualm. Mir wurde zur Begrüßung gleich ne Fluppe in den Mund gesteckt und angezündet. Die Mutter der Braut versorgte mich mit Tee, Süßigkeiten, Sonnenblumenkernen(die sie mir in die Jackentasche stopfte) und Obst. Da saß ich nun also, zwischen den ganzen schnatternden Chinesen. Kaum hatte ich einen Schluck von dem noch viel zu heißen Tee genommen wurde auch schon sofort nachgeschenkt. Voll anstrengend. Wenn ich dann was zu jemandem sagen wollte, waren plötzlich alle still und lauschten der Ausländerin. Das sprechen ging ja auch noch, nur mit dem Verstehen war das so ein Ding. Die sprachen nämlich einen verdammt komischen Dialekt. No chance, Leute.
Dann ganz plötzlich sprangen alle wie wild auf. Es fing an zu knallen. Aber wie!!!!
Chinaböller sind der Hammer. Keine Dezibel-Beschränkung wie in Deutschland. Ich war wie betäubt. Der Bräutigam war angekommen und stürmte die Treppe zur Wohnung herauf.
Und jetzt gings los. Das war wie ein Kampf zwischen Frauen und Männern. Er stand draußen vor der Tür und bollerte wie ein wilder um hereingelassen zu werden. Doch nix da. Erstmal mussten die Hongbaos (roten Taschen) her. In diesen befindet sich ein wenig Geld und das sollte er sozusagen als Wegzoll blechen.
Ich sag euch, das war vielleicht ein Geklopfe und Geschreie. Letztendlich habe ich auch ein Hongbao gefangen und der Bräutigam trat ein.
Die ganze Bude voller Zigarettenqualm. Mir wurde zur Begrüßung gleich ne Fluppe in den Mund gesteckt und angezündet. Die Mutter der Braut versorgte mich mit Tee, Süßigkeiten, Sonnenblumenkernen(die sie mir in die Jackentasche stopfte) und Obst. Da saß ich nun also, zwischen den ganzen schnatternden Chinesen. Kaum hatte ich einen Schluck von dem noch viel zu heißen Tee genommen wurde auch schon sofort nachgeschenkt. Voll anstrengend. Wenn ich dann was zu jemandem sagen wollte, waren plötzlich alle still und lauschten der Ausländerin. Das sprechen ging ja auch noch, nur mit dem Verstehen war das so ein Ding. Die sprachen nämlich einen verdammt komischen Dialekt. No chance, Leute.
Dann ganz plötzlich sprangen alle wie wild auf. Es fing an zu knallen. Aber wie!!!!
Chinaböller sind der Hammer. Keine Dezibel-Beschränkung wie in Deutschland. Ich war wie betäubt. Der Bräutigam war angekommen und stürmte die Treppe zur Wohnung herauf.
Und jetzt gings los. Das war wie ein Kampf zwischen Frauen und Männern. Er stand draußen vor der Tür und bollerte wie ein wilder um hereingelassen zu werden. Doch nix da. Erstmal mussten die Hongbaos (roten Taschen) her. In diesen befindet sich ein wenig Geld und das sollte er sozusagen als Wegzoll blechen.
Ich sag euch, das war vielleicht ein Geklopfe und Geschreie. Letztendlich habe ich auch ein Hongbao gefangen und der Bräutigam trat ein.
Dann wurde wieder geknallt, sodass die neugierigen Omis aus der Nachbarschaft sich die Ohren zuhalten mussten.
Ihr müsst wissen: Diese Wohnung hat das Paar und dessen Eltern ein Vermögen gekostet, so wie wohl auch die gesamte Feier mit 200 Gästen nicht gerade günstig war.Für die Hochzeit der Kinder ist es hier üblich sich haushoch zu verschulden.
Danach gings zu den Feierlichkeiten über.Das hier ist der ekelhaftetste Schnaps den ich je trinken musste.
BAIJIU
Ich war fix und alle nach nur einem kleinen Gläschen.
Bevor es jedoch ans Schlemmen geht müssen die beiden doch erstmal heiraten.Die Frau in Pink hat das Ganze in die Hand genommen.
Obwohl ich immer noch nicht weiß, was sie außer die Moderation zu leiten, dort zu suchen hatte.
Es wurden Spiele gespielt wie: Ihr müsstet euch doch eigentlich soooo gut kennen. Was trägt er denn für eine Unterhose oder was isst sie am liebsten etc.
Dann kam plötzlich aus dem Publikum ein Vorschlag: Jaaaa los, sie sollen sich 5 Minuten am Stück küssen. Voll...naja ihr wisst schon!
Dann kam plötzlich aus dem Publikum ein Vorschlag: Jaaaa los, sie sollen sich 5 Minuten am Stück küssen. Voll...naja ihr wisst schon!
Dann kamen die Eltern der beiden auf die Bühne.Sie kniete vor seinen Eltern und er vor ihren nieder.
Von Seiten der Eltern gab es Hongbaos, woraufhin sie oder er Tee anbot.
Diese Geste gilt sozusagen als Dank der Kinder, für die Erlaubnis zu heiraten und die Unterstützung mit all der Vorbereitung zur Hochzeit.
Es wird auf "Du" getrunken und sich tatsächlich vor versammelter Mannschaft geküsst.Aber nur ein Freundschaftskuss, wie langweilig.
Dann erschien da plötzlich ein Mann auf der Bühne, der unserem Pastor oder Standesbeamten gleich kommt. Er las einige Zeilen die ich nicht verstand und fragte dann so ganz ironisch ob sie sich zu Mann und Frau nehmen wollen würden. Die beiden bejahten dies, worauf er(der Bräutigam) ihr dann den Ring ansteckte. Dieser andere Typ fragte den Bräutigam auch noch, ob dieser in der Ehe bereit wäre Gleichberechtigung und Gleichstellung der beiden anzuerkennen oder auszuüben, worauf dieser schmunzelnd NÖÖ sagte. Naja, ich hoffe für SIE, dass das nur ein Scherz war. Die chinesischen Männer tendieren nämlich zum Chauvinismus.
Sie hielt dann bestimmt ne Minute ihre Hand in die Höh´Dann gings ans ESSEN und Saufen und Rauchen.
Und danach?
Sind Thomas, Jason und ich raus aufs Land gefahren um endlich mal wieder nichts außer Vögel, Grillen und das rauschen des Wassers zu hören. Frische Luft gabs da auch zum Sonderpreis.
Nein jetzt mal im Ernst. Das war ein Gedicht. Ich habe schon lange nicht mehr sooooo tief einatmen können. Tat voll gut. Nen Tempel haben wir uns auch noch angesehen und dann gings zurück nach Chngedu. Gemeinsames Abendessen und ab nach Hause.
Ich werd mal schauen was für Bilder ich von unserem kleinen Nachmittagsausflug in Guanghan reinstelle.
Ersteinmal hoffe ich, dass ihr jetzt ein bisschen mehr erfahren konnten über die chinesische Art zu heiraten und das Leben in der Ehe generell.
Achso, die anderen Gäste haben natürlich noch bis in die Nacht hinein gefeiert. Das Mittagessen ist längst nicht der letzte Programmpunkt.
Und Böller wurden die ganze Zeit über geknallt, denn wir wollen ja keine bösen Geister einladen, stimmts?!
Also ihr Lieben, ich verabschiede mich erst einmal von euch.
Ich kann aber schonmal sagen, dass ich heute etwas mehr Zeit mitgebracht habe und es bestimmt gleich noch was Schönes gibt.
Küsschen,
die Begga*
Und danach?
Sind Thomas, Jason und ich raus aufs Land gefahren um endlich mal wieder nichts außer Vögel, Grillen und das rauschen des Wassers zu hören. Frische Luft gabs da auch zum Sonderpreis.
Nein jetzt mal im Ernst. Das war ein Gedicht. Ich habe schon lange nicht mehr sooooo tief einatmen können. Tat voll gut. Nen Tempel haben wir uns auch noch angesehen und dann gings zurück nach Chngedu. Gemeinsames Abendessen und ab nach Hause.
Ich werd mal schauen was für Bilder ich von unserem kleinen Nachmittagsausflug in Guanghan reinstelle.
Ersteinmal hoffe ich, dass ihr jetzt ein bisschen mehr erfahren konnten über die chinesische Art zu heiraten und das Leben in der Ehe generell.
Achso, die anderen Gäste haben natürlich noch bis in die Nacht hinein gefeiert. Das Mittagessen ist längst nicht der letzte Programmpunkt.
Und Böller wurden die ganze Zeit über geknallt, denn wir wollen ja keine bösen Geister einladen, stimmts?!
Also ihr Lieben, ich verabschiede mich erst einmal von euch.
Ich kann aber schonmal sagen, dass ich heute etwas mehr Zeit mitgebracht habe und es bestimmt gleich noch was Schönes gibt.
Küsschen,
die Begga*









2 Kommentare:
"Und so verwelken diese einst wunderschönen Frauen im Grab der Liebe." Ist die Liebe so furchtbar???!!! Ist die Liebe ein Grab und das der Grund warum es die bei uns nur noch wenig zusehen gibt??? Ich glaube ja nicht, ich glaube, mal will nur viel zu viel erleben und die Frauen fühlen sich zu schnell unterdrückt, genauso klingen deine Worte. Doch ich denke, dass das nicht der Fall ist. Denn dann würden die Frauen nicht Heiraten:)(in China)
Ach, was habe ich denn zu melden. Begga du kennst mich ja.... kein Kommentar mehr von mir bis hier. Dicken Drücker und bis ....die Tage
Wow! Du erlebst Sachen! Unglaublich! Kommenden Dienstag werden Kerstin und ich wohl mal nach Suzhou fahren. Wenn alles drumherum mitspielt...hoffentlich erlebn ir annähernd so spannendes :D
Und? Wann wollen wir nach Tibet?
Küsschen zurück!!
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